unsere Behandlungszeiten
Montag - Freitag: 7.00 - 20.00 Uhr
Samstag: 8.00 - 12.00 Uhr

           
Menu
Prothetik
 
Aufgaben des Zahnersatzes

Zahnersatz ist dann notwendig, wenn in einem Gebiss ein, mehrere oder alle Zähne fehlen. Der Grund hierfür kann darin liegen, dass Zähne infolge von Karies zerstört oder durch die Erhaltung ihres Zahnhalteapparates soweit geschädigt sind, dass sie entfernt werden müssen. Dieser Verlust kann je nach seinem Umfang durch festsitzenden oder herausnehmbaren Zahnersatz ausgeglichen werden.

Zahnersatz kann auch nötig werden, wenn einzelne Zähne stark zerstört sind und so viel Zahnsubstanz verloren gegangen ist oder entfernt werden musste, dass eine Füllung nicht mehr dauerhaft zu befestigen ist. In diesem Fall bedeutet Zahnersatz nicht den Ersatz von fehlenden Zähnen, sondern vielmehr den Ersatz verloren gegangener Zahnsubstanz durch Kronen oder Teilkronen. Darüber hinaus kann es indiziert sein, auch kariesfreie Zähne zu überkronen, wenn diese als sog. "Ankerzähne" zur Fixierung von Brücken oder herausnehmbarem Zahnersatz dienen sollen. Eine Überkronung aus kosmetischen Gesichtspunkten sollte nur bei objektiver Beeinträchtigung des Erscheinungsbildes und unter sorgfältiger Abwägung der konservativen, substanzschonenden Verfahren erfolgen, da eine Überkronung einen Verlust gesunder Zahnhartsubstanzen bedingt und nicht mehr rückgängig zu machen ist. Ein einmal überkronter Zahn wird auch in Zukunft immer wieder eine Krone benötigen.

Ziel des Zahnersatzes ist es, eine durch den teilweisen oder vollständigen Verlust von Zähnen verloren gegangene oder eingeschränkte Kaufunktionen wiederherzustellen, vorhandene geschädigte Zähne zu erhalten, aber auch ästhetischen und sprachfunktionellen Ansprüchen gerecht zu werden.

Der Verlust eines einzelnen Zahnes bedeutet für den Patienten meist keine größere Beeinträchtigung beim Kauen oder Sprechen. Sofern es sich hierbei nicht um einen Zahn im sichtbaren Bereich handelt, sehen manche Patienten keine Veranlassung, die entstandene Lücke behandeln zu lassen. Selbst der Verlust mehrerer Zähne im nicht sichtbaren Bereich wird auf Grund des Anpassungsvermögens von Patienten oft noch akzeptiert. Dennoch kann der Verlust einzelner oder mehrerer Zähne die restlichen Zähne, den Kiefer, die Position des Unterkiefers sowie die Kaumuskulatur und das Kiefergelenk in Mitleidenschaft ziehen. Für den Kiefer bedeutet ein Zahnverlust immer einen unvermeidbaren Abbau von Knochensubstanz. Das Maß des Knochenabbaus hängt von einer möglichen Vorschädigung des Knochens und dem Umfang des Zahnverlustes ab. Wird eine durch Zahnverlust entstandene Lücke nicht mit einem Zahnersatz versorgt, kann es über diesen unvermeidlichen Knochenabbau hinaus aber zusätzlich zu einem sog. "indirekten Knochenabbau" kommen. Dieser entsteht, wenn sich in die vorhandene Lücke Zungen- oder Wangenmuskulatur hineinschiebt und dadurch ein Druck auf den Kieferknochen ausgeübt wird, der dann zu einem weiteren Knochenabbau führt.

Aufgaben von Zahnersatz
  • Verbesserung oder Wiederherstellung der Kaufunktion
  • Verbesserung und Wiederherstellung der Sprach- und Lautbildung
  • Verhinderung schädlicher Folgen von Zahnverlust wie Zahnwanderungen, Karies, Erkrankungen des Zahnhalteapparates etc.
  • Verbesserung und Wiederherstellung des Aussehens und Gesichtsausdruckes
  • Verbesserung der Lebensqualität
Der Verlust eines oder mehrerer Zähne kann darüber hinaus dazu führen, dass die benachbarten Zähne anfangen, in die entstandene Lücke zu wandern oder zu kippen und im gegenüberliegenden Kiefer befindliche Zähne (Antagonisten) aufgrund des fehlenden Gegendruckes in die Lücke wachsen (Elongation). Diese Veränderungen führen zu Störungen im Kausystem, da schon geringgradig gekippte, gewanderte oder verlängerte Zähne Hindernisse bei der natürlichen Bewegung des Kiefers sind. Diese Bewegungsstörungen können unbehandelt zu Problemen im Kiefergelenk, der Kaumuskulatur und sogar zu Nacken-/ Rücken- oder Kopfschmerzen führen.

Jeder fehlende Zahn bedeutet eine Einschränkung der Kaufunktion des Gebisses und reduziert damit die Möglichkeiten der Nahrungszerkleinerung. Kann die gewohnte Nahrung nicht mehr ordentlich zerkleinert und deshalb auch nicht mehr adäquat geschluckt werden, weicht der Patient auf andere, leichter schluckbare Speisen aus und ernährt sich meist nicht mehr richtig und ausreichend. Dies kann neben dem Verzicht auf Nahrungsmittel, welche vermeintlich schlechter zu kauen sind, längerfristig gerade bei älteren Menschen zu ernährungsbedingten Mangelversorgungen führen. Auch über das Auftreten von Magen- und Darmbeschwerden infolge ungenügenden Kauens wird berichtet.

In der deutschen Sprache können zwei Drittel aller Konsonanten und Vokale nur mit Hilfe der Lippen, der Zahnreihen und des Gaumens gebildet werden. Ein Zahnverlust führt automatisch zu einer Veränderung in der Sprach- und Lautbildung, da durch fehlende Frontzähne die Ober- und Unterlippen bei der Sprachbildung nicht mehr ausreichend unterstützt werden oder bei fehlenden Seitenzähnen die Zunge in Ihrer natürlichen Lage gestört ist. Untersuchungen haben gezeigt, dass Zahnverlust ohne Zahnersatz zu kaum korrigierbaren Sprachstörungen führt, während die Patienten bei Ersatz der fehlenden Zähne nach einer gewissen Gewöhnungszeit ihr Sprachvermögen selbstständig verbessern.
 
 
Gesamtsanierung
 
Von einer Gesamtsanierung spricht man, wenn (nahezu) das komplette Gebiss mit Zahnersatz neu versorgt werden muss.
 
Die Gründe für eine Gesamtsanierung sind vielfältig:
  • Sei es das Fehlen mehrerer Zähne, viele behandlungsbedürftige Zähne, alte undichte Kronen und Brücken oder viele zahnärztliche Arbeiten in unterschiedlicher Qualität.
  • Auch der Verlust durch Zahnhartsubstanz beim Knirschen oder die Schädigung der Zähne durch Erkrankungen wie Bulimie oder gastrischen Reflux kann eine Gesamtsanierung notwendig machen.
Wäre es nicht schön, im Leben noch einmal mit schönen und gut funktionierenden Zähnen zu starten? Eine Gesamtsanierung macht es möglich, Ihr Gebiss sowohl bezüglich Ästhetik als auch Funktion auf den optimalen Stand zu bringen - egal in welchem Zustand Ihr Gebiss heute ist. Gesamtsanierungen sind aufwändige Eingriffe, die großer Fachkompetenz in den verschiedenen zahnmedizinischen Disziplinen bedürfen. Damit das Endergebnis überzeugt und unliebsame Überraschungen vermieden werden, sollten Sie Gesamtsanierungen nur von erfahrenen und gut ausgebildeten Zahnärzten durchführen lassen. 
 

FORMEN VON ZAHNERSATZ 

Je nach der Anzahl der zu ersetzenden Zähne kommen verschiedene Möglichkeiten des Zahnersatzes zur Anwendung. Grundsätzlich handelt es sich dabei um folgende Arten von Zahnersatz:
 
Festsitzender Zahnersatz

Darunter versteht man den Ersatz von fehlenden Zähnen oder Zahnsubstanz durch sog. "Kronen" oder "Brücken". Diese sind auf verbliebenen Zähnen (oder Implantaten) so befestigt, dass sie vom Patienten nicht selbst entfernt werden können. Mehr erfahren Sie in der Rubrik Festsitzender Zahnersatz.

Herausnehmbarer Zahnersatz

Hierbei wird ein lückenhaftes Gebiss mit mehreren fehlenden Zähnen durch herausnehmbare Teilprothesen ergänzt oder ersetzt. Mehr erfahren Sie in der Rubrik Herausnehmbarer Zahnersatz.

Festsitzend- herausnehmbarer Zahnersatz

Dieser stellt eine Kombination von festsitzenden Befestigungsteilen mit herausnehmbarer Prothese dar.

Totaler Zahnersatz

Hierbei handelt es sich um einen komplett herausnehmbaren Zahnersatz, der dann zum Einsatz kommt, wenn ein zahnloser Kiefer versorgt werden muss.
Voraussetzungen für die Anfertigung von Zahnersatz

 
Die prothetische Versorgung
 
Jede prothetische Versorgung wird individuell für den einzelnen Patienten angefertigt und angepasst. Die Versorgung mit Zahnersatz steht deshalb erst am Ende einer umfangreichen Diagnostik und Vorbehandlung des Zahn-, Mund- und Kieferbereiches.

Nur durch ein festes Fundament kann für den Patienten auch langfristig ein befriedigender Zahnersatz geschaffen werden. Anderenfalls würde der Zahnersatz "auf Sand gebaut" werden.

Besonderes Augenmerk wird dabei auf den Zahnhalteapparat (Zahnfleisch und Kieferknochen) gelegt, der für die Verankerung des Zahnes im Knochen und somit für seine "Festigkeit" eine entscheidende Rolle spielt. Dieser muss frei von Entzündungen (Zahnfleischentzündungen oder akute Entzündungen des Zahnhalteapparates - Parodontitis, umgangssprachlich oft fälschlicherweise Parodontose genannt) sein. Liegt eine solche Erkrankung vor, muss vor der Anfertigung von Zahnersatz eine entsprechende Parodontitisbehandlung durchgeführt werden. Nervtote Zähne müssen wurzelbehandelt sein, die Wurzelkanalbehandlung muss bestimmten Qualitätskriterien entsprechen. Ist dies nicht der Fall, muss der betreffende Zahn entweder einer Wurzelkanalbehandlung unterzogen werden oder aber die nicht ausreichende Wurzelkanalbehandlung entfernt und eine neue ausreichende Wurzelfüllung eingebracht werden. Zur Dokumentation einer adäquaten Behandlung ist ein Röntgenbild unerlässlich. Weiterhin müssen krankhafte Veränderungen im Kiefer, wie z. B. Entzündungen an Wurzelspitzen, einer Therapie unterzogen werden. Besteht eine Zahnlücke schon über einen längeren Zeitraum, können die Gegenzähne des gegenüberliegenden Kiefers aus ihrem eigentlichen Zahnbereich heraus in diese Lücke wachsen (elongieren). Wenn dies der Fall ist, muss erwogen werden, ob auch diese Zähne zur Längenkorrektur mit Kronen oder Teilkronen versorgt werden müssen. 
 
 
Bisserhöhung

Ein großer Substanzverlust der Zähne durch jahrelanges Zähneknirschen oder defekte Füllungen, über lange Zeit existierende Zahnlücken oder auch Zahnfehlstellungen – Dies sind alles Faktoren, die zu einer Bisssenkung führen können. Dadurch kann es zu ästhetischen, aber vor allem auch kaufunktionellen Problemen und Beeinträchtigungen kommen. Das Kiefergelenk und die Kaumuskulatur können in Fehlfunktionen geführt werden und massive Schmerzen können auftreten. Es treten häufig atypische Gesichtsschmerzen, Neuralgien, Tinnitus und Schwindelgefühle auf. Es kann durch dieses Missverhältnis der Bisshöhe zu Veränderungen der gesamten Wirbelsäule mit Fehlstellung kommen. Außerdem kann der hohe Substanzverlust der Zähne Auswirkungen auf deren Nerven haben. 

Eine Bisserhöhung ist notwendig um die ursprüngliche und kaufunktionell richtige Situation und Position des Kiefergelenks wieder herzustellen. Dazu wird die neue Bisshöhe zuerst mithilfe einer Schiene provisorisch eingestellt, um den Patient und seinen Kiefer an die neue Situation zu gewöhnen. Wenn der Patient die neue Situation toleriert, können die Zähne definitiv versorgt werden. Dies erfolgt mithilfe von Zahnersatz, je nach individueller Situation (mit Teilkronen, Kronen, Brücken oder auch herausnehmbaren Zahnersatz). Meist muss dabei jeder einzelne Seitenzahn eines Kiefers  mit in die Restauration einbezogen werden. Richtig durchgeführt, reduziert eine solche Bisserhöhung die Tendenz zu Schmerzen und Fehlfunktionen des cranio-mandibulären Apparates.